Teudsch Sprak, Schwär Schprack
Meine drei Kinder sind im Kindergarten, in der 3. und 5. Klasse. Trotz sehr engagierter Lehrkräfte stehen die Schüler in der 5. Klasse noch lange nicht dort, wo sie sein müssten. Der Lehrplan 21 versagt auf ganzer Linie! Bis Ende der 3. Klasse schreiben unsere Kinder nach Gehör. Das hat zur Folge, dass mein 5. Klässler (10 Jahre) heute schreibt:
“Wier kenen einen Lieben Hunt.”
oder in seinem Aufsatz von letzter Woche:
“er entschid die turn schuhe anzu zihn und lif auf zehen spitzen Dafon.”
Als ehemalige Legasthenikerin, die sich zwei Beine ausreissen musste, um das Studium absolvieren zu können, fehlt mir das Verständnis für das Konzept Schreiben nach Gehör. Wir brauchen an den Schulen wieder mehr Disziplin und Drill.
Und das ist noch nicht genug. Zum Frühenglisch kommt jetzt in der 5. Klasse Frühfranzösisch dazu. Das Trauerspiel, wenn er mir englische Sätze vorliest, können Sie sich kaum ausmalen. Wenn bei Ihnen nun der Gedanke aufkommt, mein Sohn sei vielleicht einfach nicht die hellste Kerze auf der Torte, dann liegen Sie falsch. Weil ich regelmässig begleitete Aufgabenstunden für Kinder im Dorf durchführe, beobachte ich diesen Missstand bei vielen Kindern.
Besonders besorgniserregend ist, dass wir in einer Gemeinde wohnen, in der das Klassenniveau kantonal überdurchschnittlich sein sollte. Ich will mir nicht ausmalen, wie es an anderen Schulen zu und her geht.
Leider muss ich dem Zitat von Andreas Glarner beipflichten: Es wird immer teurer, dümmer zu werden. Das Leistungsniveau unserer Kinder sinkt, während die Ausgaben explodieren.
Wir müssen dringend neue Wege einschlagen!
Ihre Stefanie Köpfli
Grossratskandidatin, Bezirk Bremgarten, Liste 1